Mittwoch, 18. Januar 2012

YC Darmstadt, Erfelden [49° 50.268' N 008° 27.289' E] Liegeplatz 26

Ich habe eine Eispumpe gebaut, also ein Gerät, dass bei gefrierendem Wasser das Einfrieren des Boots verhindern soll, indem wärmeres Wasser aus der Tiefe nach oben befördert und um den Bootsrumpf herum geleitet wird. Tipps zum Bau habe ich von Sportfreunden im Yachtclub und aus dem Internet erhalten. Herzstück ist eine Schmutzwassertauchpumpe. Daran habe ich ein 1-m-Stück 1-zölliges Wasserrohr, daran ein T-Stück mit je ein 40-cm-1-Zoll-Rohr mit 90°-Winkelstück und daran ein Reduzierstück und ein 10-cm-1/2-Zoll-Rohr befestigt (quasi als Düsen). Das System wird von einem Tau gehalten und zusätzlich mit einer Stahlkette gesichert. Der Stromanschluss läuft über eine Zeitschaltuhr, die mangels Erfahrungswerten einfach mal auf 1/2 Stunde Betrieb gefolgt von 3 1/2 Stunden Pause eingestellt wird. Nachdem der Winter 2011/2012 diesen Namen eigentlich nicht verdient und sowieso wieder wärmeres Wetter vorhergesagt wird, ist das ganze nur eine Übung und weil die Teile nun schon mal da sind.

Samstag, 14. Januar 2012

YC Darmstadt, Erfelden [49° 50.268' N 008° 27.289' E] Liegeplatz 26

Wasser im Maschinenraum! Ich mache mal wieder einen Kontrollbesuch bei der CLARA und treffe Kurt und Angelika, die auf ihrem neuen Boot beschäftigt sind. Kurt erzählt mir, dass bei starkem Regen ablaufendes Regenwasser über den Abluftauslass des Motorraums in diesen eindringen kann. Ich inspiziere also den Motorraum und oh Schreck: Da steht Wasser! Nun ja, nur ein bisschen, so zwei Finger hoch, aber eine gute Gelegenheit, die Bilgenpumpe auszuprobieren und mit Kurts Hilfe kenne ich mich jetzt auch damit aus.

Sonntag, 8. Januar 2012

Pegel Worms

Nach einem regenreichen Dezember und Jahreswechsel hat der Rhein seit unserer Beobachtung des Pegels bei Worms einen Höchststand erreicht: 471 cm. Der Steg im Yachthafen, so berichtet Hafenmeister Hans, ist gerade noch trockenen Fußes erreichbar. In Worms und Mainz ist die Hochwassermarke I überschritten.

Samstag, 3. Dezember 2011

Vereinshaus des Rudervereins Offenbach, Frankfurt [50° 06.572' N 008° 45.947 E]

Prüfung für den SRC-Funkschein. Ich fahre nicht alleine nach Offenbach, Markus ist bei mir. Zufällig hat er am gleichen Tag seine erste Führerscheinprüfung, für den SBF Binnen.

Weil mein Prüfungstermin so kurz auf den Kurs folgt, durfte ich Walters Übungsfunkanlage mit nachhause nehmen. Das war eine tolle Sache und ich fühle mich bestens vorbereitet.

Im Vereinshaus herrscht das blanke Chaos, so viele Prüfungen unterschiedlichster Art sollen an diesem Tag abgenommen werden. Markus fängt mit der praktischen Prüfung an und ich kann den Prüfungen eine Zeitlang zusehen bis es für mich Zeit wird für meine theoretische Prüfung. Die Prüfer sind trotz des Andrangs erstaunlich gelassen und guter Laune. Das überträgt sich positiv auf die Prüflinge. Begonnen wird mit zwei Formblättern. Auf dem ersten muss eine auf englisch diktierte Meldung aufgeschrieben und ins deutsche übersetzt werden. Auf dem zweiten ist eine deutsche Meldung abgedruckt, die ins englische übersetzt werden muss. Alle Texte stammen aus unserem Lehrbuch, sind also keine Überraschung. Danach werden die Prüfungsbögen mit den Fragen ausgeteilt. Es ist Multiple Choice: Für jede der 24 Prüfingsfragen werden vier mögliche Antworten vorgegeben, aber nur eine ist richtig. Also wie bei "Wer wird Millionär?", nur ohne Joker. Mit mindestens 19 richtigen Antworten hat man bestanden. Das schaffen übrigens alle Prüflinge, wie verkündet wird. Danach kommt die praktische Prüfung und das bedeutet erstmal langes Warten, weil die zwei Prüfer immer nur zwei Kandidaten auf einmal prüfen können. Markus geht inzwischen in seine theoretische Prüfung. Endlich komme ich auch ran. Als erstes darf ich für den Prüfer meinen Namen funktauglich buchstabieren: Romeo - Alpha - Lima- Foxtrott usw. Dann geht es am Übungsfunkgerät weiter, für mich mit Walters Simrad. Der Prüfer legt mir Karten mit verschiedenen Meldungen und Angaben vor, alles schon fertig auf deutsch und englisch. Es muss noch der Meldungstyp erkannt werden und die Meldung vorschriftsmäßig ausgeführt werden. Bei mir sind es ein Distress Alert (MOB), ein Silence Fini und ein Urgency Alert. Zuletzt muss ich noch zeigen, wie LAT/LON und UTC ins Gerät eingegeben und ausgelesen werden, ein Routineanruf ohne DSC/MMSI gemacht wird und das letzte Distress Alert aus dem Speicher abgerufen wird. Der Prüfer bedankt sich bei mir, ich mich artig bei ihm und das wars. Das Prüfungsergebnis erfahre ich nicht direkt, aber es ist ja auch nichts schief gegangen. Der Funkschein wird mit der Post zugeschickt.

Markus ist auch mit seiner theoretischen Prüfung fertig. Er ist sich nicht sicher, wie es gelaufen ist. Am Ende hat er bestanden und erhält direkt seinen Binnen-Führerschein. Er ist nun der zweite Skipper in unserer Familie. Und er wird noch von Walter geadelt, der von Markus' Leistung bei der praktischen Prüfung offensichtlich beeindruckt ist: "Ralf, den Markus kannst du unbesorgt deine Cytra fahren lassen". So etwas aus Walters Mund ist wie ein Ritterschlag.

Abends feiern wir vier den erfolgreichen Tag bei einem guten Essen bei unserem Lieblingsgriechen Stavros im Restaurant Olympia.

Mittwoch, 30. November 2011

Pegel Worms

Wir lernen auf den Wasserstand zu achten. Indikator für die Befahrbarkeit der Altrheinarms am Kühkopf ist der Pegel Worms. Für die CLARA ist man bei einem Pegel in Worms von mindestens 125 cm auf der sicheren Seite. Ein zu niedriger Wasserstand hat den Mitgliedern des Yachtclubs Darmstadt schon das ganze Jahr 2011 Probleme bereitet. Nach einem extrem trockenen November ist der von uns beobachtete niedrigste Stand heute mit 25 cm erreicht. Auf dem Rhein ist die Berufsschifffahrt eingeschränkt, auf dem regulierten Main sterben die Fische an Sauerstoffmangel, weil kaum noch Strömung herrscht.

Sonntag, 27. November 2011

Bootfahrschule Walter Burkatzki, Frankfurt am Main [50° 08.323' N 008° 40.205' E]

Und wieder heißt es Schule bei Walter. Da sich auf der CLARA ein Funkgerät befindet und das auch benutzt werden soll, muss ein Funkschein gemacht werden. Eigentlich - erstmal - nur ein Schein für den Binnenfunk, UBI, aber der Weg dahin geht praktischerweise über den Schein für den Seefunk, SRC. Der Wochenendkurs in der Bootfahrschule ist, für diese Jahreszeit, gut besucht und so lernen wir in der Gruppe Funk-Englisch, ein standardisiertes Vokabular, das auch bei schlechtem Empfang ein Verstehen beim Empfänger gewährleisten soll. Dazu natürlich noch jede Menge Regeln und die klassischen Rufarten: Distress, Urgency, Safety und Routine. Gefunkt wird wie wild mit Walters Übungsfunkanlage, digital und analog. Eine Menge Stoff, aber es macht Spaß.

Sonntag, 13. November 2011

YC Darmstadt, Erfelden [49° 50.268' N 008° 27.289' E] Liegeplatz 26

Markus und ich machen die CLARA winterfest. Kurt hat bei der Übergabe der CLARA massenhaft Tipps gegeben und die müssen jetzt umgesetzt werden. Hauptbestandteil sind dabei jede Menge Frostschutzmittel - das gleiche Zeug das beim Auto in die Scheibenwaschanlage kommt - und eine Gießkanne. Das Frostschutzmittel wird bei laufenden Motoren und abgesperrtem Seewasserzulauf in den offenen Filter des Kühlwasserkreislaufs gekippt. In die Toilette kommt auch ein Teil, der dann in den Fäkalientank gepumpt wird. Das Frischwasser wird komplett abgelassen, auch aus dem Boiler, und der Frischwassertank bei dieser Gelegenheit ausgewischt. In die Kabine kommt ein kleiner Radiator, der auf Frostschutz eingestellt wird. Das Verdeck wird gegen ein vorhandenes altes ausgetauscht und über das ganze kommt noch eine Plane, die alles außer dem Bug abdeckt. Jetzt kann der Winter kommen.


Nach getaner Arbeit gibt es zur Belohnung noch ganz gemütlich Kaffee und Kuchen auf dem Boot.