Montag, 4. Juli 2011

Unser neuer Blog

Wir haben einen neuen Blog, mit unserer Wunschadresse, eingerichtet. An dieser Stelle wollen wir, Claudia und Ralf, in Zukunft über unsere Abenteuer berichten.


Eine Anmerkung zu Beginn: Alle Personen, die namentlich in diesem Blog erscheinen, werden aus Datenschutzgründen nur mit ihrem Vornamen benannt, auch wenn unser Verhältnis zu einzelnen dieser Personen vielleicht weniger perönlich ist.

Freitag, 24. Juni 2011

Gebrauchtboote in allen Größen und Preislagen

Ralf beginnt über die entsprechenden Bootsbörsen den Markt für Gebrauchtboote systematisch zu beobachten. Unsere Spezifikation, entsprechend dem was wir auf der Berliner Boat und Fun gelernt haben: Kabine mit Doppelbett, eventuell eine zweite Kabine mit zwei Schlafplätzen, eine kleine Küche, eine Nasszelle mit WC. Wer sich mit Gebrauchtbooten beschäftigt merkt auch schnell dass der Wertverlust bei einem Boot bedeutend langsamer ist als zum Beispiel bei einem Auto.

Anruf beim Anbieter des Bootes, das wir im Frankfurter Westhafen gesehen haben. Das Gespräch mit ihm ist sehr angenehm. Er weiß viel aus seiner 30jährigen Erfahrung als Sportbootfahrer zu berichten. Und sein Angebot deckt sich auch mit Ralfs Marktbeobachtung, dass die Boote des Herstellers Bayliner mit einem Alter von 11 bis 13 Jahren preislich noch akzeptabel sind.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Main, Schleuse Griesheim, Mainkilometer 28,69 [50° 05.437 N 008° 35.969 E]

Wir haben uns mit Walter zum Schleusen fahren üben verabredet. Versehen mit allen Arten Führerscheinen und trotzdem wieder nervös darf Ralf ablegen und vom Westhafen flussabwärts zur Schleuse Griesheim fahren. Auf der rechten Uferseite liegt die Sportbootschleuse, die wir ansteuern.

Sportboote müssen die Sportbootschleuse benutzen, wenn sie denn groß genug und in Betrieb ist. Die großen Schleusenkammern sind der Berufsschifffahrt vorbehalten.
Die Schleuse Griesheim ist relativ hoch mit 4,49 Metern bei Normalstau. Wir fahren vorsichtig in die Schleusenkammer ein und Walter zeigt uns, wie die Schleuse bedient wird, denn Sportbootschleusen werden normalerweise von den Benutzern selbst bedient. Nachdem mit fallendem Wasser der Drempel auftaucht zeigt Walter uns die neuesten Einkerbungen, die unvorsichtige Sportbootfahrer im Drempel hinterlassen haben.


Wir fahren aus der Schleuse aus wobei gerade mal vier Meter Breite zur Verfügung stehen. Rechts ist das Ufer und links lauern große Steine, die das Wasser hinter der Staustufe verwirbeln und damit das Flussbett vor dem Auswaschen schützen sollen. Wir fahren ein kleines Stück weiter talwärts bis wir links die Einfahrten zu den Schleusenkammern für die Berufsschifffahrt sehen können. Dort warten wir. Ein ausfahrendes Frachtschiff fährt an uns vorbei und wir haben den Eindruck als ob eine hohe schwarze Wand an uns vorbeizieht. Wir warten weiter bis wir ein Frachtschiff auf Bergfahrt sichten. Walter ruft bei der Schleusenaufsicht an und bittet mit Engelszungen, dass wir hinter dem Frachtschiff in die Schleusenkammer einfahren können, zu Schulungszwecken.

Unsere Bitte wird gewährt und wir fahren in gebührendem Abstand hinter dem Frachtschiff in die große Schleusenkammer. Abstand deshalb weil das Frachtschiff mit seinem riesigen Motor und der Schraube entsprechend Strömung erzeugt.


Hinter uns schließt sich das Schleusentor. Walter hält das Boot in der Schleusenkammer mit einer Leine auf Slip und dem Bootshaken, was nicht ganz einfach ist, weil der Frachter mit laufender Schraube in der Kammer hin und her schlingert. Endlich öffnet sich die Schleusenkammer auf der Bergseite. Als die Ampel auf grün umspringt gibt der Frachter Gas. Walter sagt dass die Schleusenkammer in diesem Augenblick wie ein Kanonenrohr wirkt, in dem sich die ganze Kraft des Frachters entlädt. Wir warten eine ganze Weile bis der Abstand zum Frachter groß genug erscheint. Walter meint dass kein Schleusenwärter in diesem Fall ungeduldig wird, weiß er doch ganz genau, was sich da unten in der Schleusenkammer abspielt. 

Als wir losfahren hat der Frachter die Schleusenkammer hinter sich gelassen und trotzdem fährt sich unser Boot wie auf Eiern. 


Wir fahren zurück Richtung Westhafen und mutiger geworden gibt Ralf etwas mehr Gas.
Wir holen den Frachter ein und müssen zum überholen über dessen Bug- und Heckwellen. Bei der ersten hebt sich der Bug unseres Boots aus dem Wasser und trifft mit einem Schlag wieder auf das Wasser. Bei der zweiten Welle ist schon mehr Boot mit dem Bug über Wasser und der Schlag ist schon heftiger. Bei der dritten oder vierten Welle scheint das Boot das Wasser ganz zu verlassen und kracht mit einem lauten Schlag auf das Wasser, als wolle es zerbrechen. Der Bootshaken fliegt aus der Halterung. Ralf und Claudia schauen erschrocken auf Walter. Der grinst nur.

Alles im grünen Bereich, vorbei am Frachter und im Westhafen sittsam langsam einlaufen und auch das Anlegen klappt passabel.
Unser Ausflug mit Walters Boot bestärkt uns darin, dass ein eigenes Boot doch besser wäre als ab und zu eine Charter. Man hat dann die Möglichkeit sich mit dem Boot und dem Bootfahren vertraut zu machen, ohne den Zwang jedes Mal gleich auf große Fahrt gehen zu müssen, weil die Charter sich doch rentieren muss.



Auf dem Bootssteg fällt unser Blick auf ein Boot mit einem Schild "Zu verkaufen". Das Boot ist eine Bayliner 2855 Ciera, wie wir später herausfinden.

Sonntag, 29. Mai 2011

YCU Raunheim, Raunheim [50° 00.822' N 008° 26.576' E]

Wir machen einen Ausflug mit dem Rad nach Raunheim am Main, wo Doris und Horst ihr kürzlich erworbenes Motorboot zu liegen haben. Wir haben Glück, treffen die beiden an und bekommen eine Führung durch ihr Schmuckstück. Das macht Appetit auf Boot fahren und vielleicht auch ein eigenes Boot.

Samstag, 28. Mai 2011

Vereinshaus des Rudervereins Offenbach, Frankfurt [50° 06.572' N 008° 45.947 E]

Claudia begleitet Ralf, der zur Prüfung für den SBF Binnen antritt. Eine praktische Prüfung ist nicht notwendig, der praktische Teil des SBF See wird anerkannt. Der Prüfungsbogen verlangt viel Schreibarbeit, so daß von der vorgegebenen Stunde fast 50 Minuten gebraucht werden. Aber es läuft gut und am Ende ist auch diese Prüfung bestanden. Walter ist dieses Mal deutlich entspannter.

Sonntag, 15. Mai 2011

Bootfahrschule Walter Burkatzki, Frankfurt am Main [50° 08.323' N 008° 40.205' E]

Wochenendkurs für den SBF Binnen. Wieder sind die Schüler durch Selbststudium mit dem Lehrbuch gut vorbereitet. Walter wirkt fast ein bisschen gelangweilt. Überraschenderweise unterscheiden sich Zeichen und Regeln für Binnen und See in manchen Bereichen, d.h. manches Erlernte für See muss ganz schnell wieder vergessen werden.

Samstag, 2. April 2011

Vereinshaus des Rudervereins Offenbach, Frankfurt [50° 06.572' N 008° 45.947 E]

Ralf tritt zur Prüfung für den SBF See an. Zuerst der theoretische Teil. Die Navigationsaufgabe macht tatsächlich Spaß. Die Fragen gehen auch, nur eine komplett verhauen. Ein Gefühl der Unsicherheit bleibt. Es folgt die praktische Prüfung. Auf dem Boot sind Walter, vier Prüflinge und ein sehr ernster Prüfer. Die Knoten klappen, die ersten vier sind in Ordnung, ein fünfter muss nicht mehr gemacht werden. Manöver klappen auch, beim Anlegen muss einmal nachkorrigiert werden, weil die Strömung den Bug wegdrückt. Das MOB-Manöver gelingt beim ersten Mal, ganz langsam ausgeführt, aber das ist kein Nachteil. Jetzt beginnt das Warten. Die Prüfer holen sich noch ein paar Kandidaten zur Nachprüfung. Ralf ist nicht dabei und nimmt das als ein gutes Zeichen. Endlich werden die neuen Führerscheine ausgeteilt. Bestanden! Walter bleibt ernst, einer seiner Schützlinge ist im praktischen Teil durchgefallen. Hat er Sorge, daß das ihm seine Quote von 98 % bestanden verdirbt?