Montag, 19. September 2011
Wir kaufen die Cytra
Wir rufen Kurt an und sagen zu. Gleich danach
meldet sich Ralf beim 1. Vorsitzenden und der Schriftführerin des YC
Darmstadt für den Antrag auf Gastmitgliedschaft. Der YC Darmstadt
nimmt Interessierte nicht sofort als Mitglied auf, sondern man geht
eine einjährige Gastmitgliedschaft ein, in der dann geprüft wird,
ob man sich auch in die Vereinsgemeinschaft einbringt. Werner und
seiner Frau Renate geben wir auch Bescheid, schließlich waren es diese
beiden, die das ganze eingefädelt haben.
Sonntag, 18. September 2011
YC Darmstadt, Erfelden [49° 50.240' N 008° 27.419' E]
Wir haben uns mit Kurt, dem Besitzer der Cytra, für eine
Bootsbesichtigung verabredet. Er steht schon auf dem Steg beim Boot,
seine Frau Angelika kommt dazu. Wir vier gehen an Bord und bekommen alles
gezeigt und erklärt. Das sind viele, viele Details, die man sich gar
nicht alle merken kann. Das Boot macht einen top gepflegten Eindruck,
in der Ausstattung merkt man ihm sein Alter natürlich an. Alles wesentliche ist
vorhanden: Eine geräumige Schlupfkabine im Heck mit Doppelbett, eine
Nasszelle mit Waschbecken, Durchlauferhitzer und Toilette, ein
schöner großer Tisch in einer Polstereckbank, die sich zu einem
weiteren großen Bett umbauen läßt, eine Warmluftheizung und vieles
mehr. Erst im Laufe der letzten Woche bei weiterem Studium des
Angebots haben wir realisiert, dass das Boot zwei Motoren hat. Es
geht zu einer Probefahrt. Der Yachtclub Darmstadt liegt wie schon
erwähnt an einem Altrheinarm in einem Naturschutzgebiet und die
Ausfahrt zum Neurhein dauert bei ca. 7 Knoten Geschwindigkeit schon
eine halbe Stunde. Viel Zeit zum Reden und sich alles zu Antrieb und
Steuerung erklären zu lassen. Wir fahren vorsichtig in den Rhein
ein, mit höchster Aufmerksamkeit auf mögliche Frachtschiffe von
links oder rechts achtend. Alles frei. Kurt schiebt die
beiden Gashebel nach vorne, der Bug hebt sich und schließlich fahren
wir auf unserer eigenen Welle. Mit Hilfe der Trimmklappen wird der
Bug wieder herunter geholt und wir gleiten mit ca. 17 Knoten auf dem
Rhein. Die Motoren brummen hörbar und wir ziehen eine beeindruckende
Heckwelle hinter uns her. Zurück im Altrhein darf Ralf an Steuer und
Gashebel. Das Boot lässt sich tatsächlich nur mit den Gashebeln
steuern, aber die Geschwindigkeit schaukelt sich auf, wenn man zum
lenken nur immer wieder einen der Gashebel nach vorne schiebt aber
den anderen nicht dabei wieder zurück. Vielleicht sollte man das
Lenken über die zwei Gashebel wirklich nur zum rangieren benutzen
und sonst mit dem Steuer lenken. Am Liegeplatz angekommen legen Kurt und Angelika das Boot wieder elegant und mit Schwung an.
Wir unterhalten uns noch ein bisschen, erbitten dann eine Nacht
Bedenkzeit und bedanken uns recht herzlich.
Samstag, 10. September 2011
YC Darmstadt, Erfelden [49° 50.240' N 008° 27.419' E]
Ein schöner Spätsommertag, vielleicht der letzte in
diesem Jahr, lädt zu einer Radtour ein und als Ziel wählen wir den
Yachtclub Darmstadt, der, weil Darmbach und Ruthsenbach für die
Schifffahrt nicht genug Wasser führen, in ca. 20 Kilometer
Entfernung von Darmstadt an einem Altrheinarm liegt. Und wie erhofft
treffen wir dort auch nette Leute, allen voran Werner und seine Frau
Renate, die uns über vier Stunden vom Vereinsleben, vom Boot fahren
erzählen und eine Führung auf dem Steg, vorbei an allen Booten,
geben. Werner und Renate fahren seit 30 Jahren Boot und
dementsprechend unerschöpflich ist ihr Wissen um Boote und Boot
fahren. Wir kommen zu der Erkenntnis, dass zumindest für die
Anfangszeit eine Clubmitgliedschaft sehr nützlich sein könnte, auch
wenn gelegentliche Arbeitseinsätze drohen. Aber vielleicht ist auch
das ganz lustig. Der Yachtclub Darmstadt ist jedenfalls bestens mit
allem ausgestattet, was man braucht.
Bei
unserer Führung auf dem Bootssteg sehen wir auch ein Boot, dass wie
Werner uns erzählt, zum Verkauf steht. Das Boot ist schon recht
betagt, aber wäre gut geeignet als Anfängerboot für ein paar
Jahre, bis man dann wirklich weiß, was man braucht. Das ist, was uns
Werner und Renate raten. Und der Preis ist wieder dort, wo wir
ursprünglich mal unser Budget angesetzt hatten bis die Wünsche
immer mehr und der Preis immer höher wurden. Das Boot ist eine Cytra
Skipper 27 mit Z-Antrieb. Wir wollen uns das Boot auf jeden Fall von
seinem Eigentümer zeigen lassen und der kann uns dann erzählen, wie
ein Z-Antrieb zum Wasserwandern taugt.
Sonntag, 7. August 2011
Westhafen, Frankfurt am Main [50° 05.936' N 008° 39.510' E]
Wir treffen uns mit dem Besitzer der Bayliner und seiner
Frau im Westhafen um zu sehen, ob ein Boot diesen Typs unseren
Vorstellungen entspricht. Die Bayliner 2855 ist nun nicht gerade ein
Kajütboot, eher ein Cabrio als eine Limousine. Trotzdem entspricht
sie weitgehend unseren Vorstellungen und vielleicht macht Cabrio
fahren auch mehr Spaß. Wie ein richtiges Cabrio hat auch dieses Boot
ein Cabrioverdeck und ist damit weitgehend wettergeschützt. Dem
Boot, Baujahr 1998, sah man innen leider die intensive Nutzung an. Es
blieb also erstmal bei der Besichtigung, wobei wir dem Besitzer
dankbar sind für die Zeit, die er sich für uns genommen hat.
Die Saison
für Sportboote endet Ende Oktober. Dann werden die Tage kurz und das
Wetter unwirtlich. Mal sehen, wie die Preise für Gebrauchtboote sich
dann entwickeln. Wir haben es nicht eilig mit einem Kauf. Und
tatsächlich, noch im September tun sich attraktive Angebote auf, die
aber deutlich jenseits unseres selbst gesteckten Budgetrahmens
liegen, wenn denn das Boot nicht doch schon ziemlich alt ist. Eine
Bayliner 285 (Nachfolgemodell der 2855) wird im Raum
Berlin/Brandenburg angeboten, sehr teuer, aber angesichts des
geringen Alters des Boots schon wieder ein Schnäppchen. Wir planen
unabhängig davon eine Kurzreise nach Berlin. Könnte man die Reise
mit einer Besichtigung des Boots verbinden und wäre Hans, mit dem
wir zuletzt im vergangenen November telefonierten, bereit uns dabei
zu helfen? Hans wird angemailt und ist auch sofort bereit uns bei der
Bootsbesichtigung zu begleiten, sollte es denn terminlich passen.
Aber mit unserer Wahl, einer Bayliner 285, ist er nicht einverstanden
und er nimmt sich die Zeit uns in einer Mail Alternativen
aufzuzeigen, die aus seiner Sicht sinnvoll wären, nämlich die
Marken Nimbus, Inter, Saga, Fairline, Marco. Im wesentlichen ist es
jedoch der Z-Antrieb, der für Wasserwandern und die dabei üblichen
eher geringen Geschwindigkeiten ungeeignet sei. Ein Wellenantrieb
wäre da das richtige.
Montag, 4. Juli 2011
Unser neuer Blog
Wir haben einen neuen Blog, mit unserer Wunschadresse, eingerichtet. An dieser Stelle wollen wir, Claudia und Ralf, in Zukunft über unsere Abenteuer berichten.
Eine Anmerkung zu Beginn: Alle Personen, die namentlich in diesem Blog erscheinen, werden aus Datenschutzgründen nur mit ihrem Vornamen benannt, auch wenn unser Verhältnis zu einzelnen dieser Personen vielleicht weniger perönlich ist.
Eine Anmerkung zu Beginn: Alle Personen, die namentlich in diesem Blog erscheinen, werden aus Datenschutzgründen nur mit ihrem Vornamen benannt, auch wenn unser Verhältnis zu einzelnen dieser Personen vielleicht weniger perönlich ist.
Freitag, 24. Juni 2011
Gebrauchtboote in allen Größen und Preislagen
Ralf beginnt über die entsprechenden Bootsbörsen den Markt für
Gebrauchtboote systematisch zu beobachten. Unsere Spezifikation,
entsprechend dem was wir auf der Berliner Boat und Fun gelernt haben:
Kabine mit Doppelbett, eventuell eine zweite Kabine mit zwei
Schlafplätzen, eine kleine Küche, eine Nasszelle mit WC. Wer sich
mit Gebrauchtbooten beschäftigt merkt auch schnell dass der
Wertverlust bei einem Boot bedeutend langsamer ist als zum Beispiel
bei einem Auto.
Anruf beim
Anbieter des Bootes, das wir im Frankfurter Westhafen gesehen haben.
Das Gespräch mit ihm ist sehr angenehm. Er weiß viel aus seiner
30jährigen Erfahrung als Sportbootfahrer zu berichten. Und sein
Angebot deckt sich auch mit Ralfs Marktbeobachtung, dass die Boote
des Herstellers Bayliner mit einem Alter von 11 bis 13 Jahren
preislich noch akzeptabel sind.
Mittwoch, 1. Juni 2011
Main, Schleuse Griesheim, Mainkilometer 28,69 [50° 05.437 N 008° 35.969 E]
Wir
haben uns mit Walter zum Schleusen fahren üben verabredet. Versehen
mit allen Arten Führerscheinen und trotzdem wieder nervös darf Ralf
ablegen und vom Westhafen flussabwärts zur Schleuse Griesheim
fahren. Auf der rechten Uferseite liegt die Sportbootschleuse, die
wir ansteuern.
Sportboote müssen die Sportbootschleuse benutzen,
wenn sie denn groß genug und in Betrieb ist. Die großen
Schleusenkammern sind der Berufsschifffahrt vorbehalten.
Die Schleuse Griesheim ist relativ hoch mit 4,49 Metern bei Normalstau. Wir fahren vorsichtig in die Schleusenkammer ein und Walter zeigt uns, wie die Schleuse bedient wird, denn Sportbootschleusen werden normalerweise von den Benutzern selbst bedient. Nachdem mit fallendem Wasser der Drempel auftaucht zeigt Walter uns die neuesten Einkerbungen, die unvorsichtige Sportbootfahrer im Drempel hinterlassen haben.
Wir fahren aus der Schleuse aus wobei gerade mal vier Meter Breite zur Verfügung stehen. Rechts ist das Ufer und links lauern große Steine, die das Wasser hinter der Staustufe verwirbeln und damit das Flussbett vor dem Auswaschen schützen sollen. Wir fahren ein kleines Stück weiter talwärts bis wir links die Einfahrten zu den Schleusenkammern für die Berufsschifffahrt sehen können. Dort warten wir. Ein ausfahrendes Frachtschiff fährt an uns vorbei und wir haben den Eindruck als ob eine hohe schwarze Wand an uns vorbeizieht. Wir warten weiter bis wir ein Frachtschiff auf Bergfahrt sichten. Walter ruft bei der Schleusenaufsicht an und bittet mit Engelszungen, dass wir hinter dem Frachtschiff in die Schleusenkammer einfahren können, zu Schulungszwecken.
Unsere Bitte wird gewährt und wir fahren in gebührendem Abstand hinter dem Frachtschiff in die große Schleusenkammer. Abstand deshalb weil das Frachtschiff mit seinem riesigen Motor und der Schraube entsprechend Strömung erzeugt.
Hinter uns schließt sich das Schleusentor. Walter hält das Boot in der Schleusenkammer mit einer Leine auf Slip und dem Bootshaken, was nicht ganz einfach ist, weil der Frachter mit laufender Schraube in der Kammer hin und her schlingert. Endlich öffnet sich die Schleusenkammer auf der Bergseite. Als die Ampel auf grün umspringt gibt der Frachter Gas. Walter sagt dass die Schleusenkammer in diesem Augenblick wie ein Kanonenrohr wirkt, in dem sich die ganze Kraft des Frachters entlädt. Wir warten eine ganze Weile bis der Abstand zum Frachter groß genug erscheint. Walter meint dass kein Schleusenwärter in diesem Fall ungeduldig wird, weiß er doch ganz genau, was sich da unten in der Schleusenkammer abspielt.
Als wir losfahren hat der Frachter die Schleusenkammer hinter sich gelassen und trotzdem fährt sich unser Boot wie auf Eiern.
Wir fahren zurück Richtung Westhafen und mutiger geworden gibt Ralf etwas mehr Gas.
Wir holen den Frachter ein und müssen zum überholen über dessen Bug- und Heckwellen. Bei der ersten hebt sich der Bug unseres Boots aus dem Wasser und trifft mit einem Schlag wieder auf das Wasser. Bei der zweiten Welle ist schon mehr Boot mit dem Bug über Wasser und der Schlag ist schon heftiger. Bei der dritten oder vierten Welle scheint das Boot das Wasser ganz zu verlassen und kracht mit einem lauten Schlag auf das Wasser, als wolle es zerbrechen. Der Bootshaken fliegt aus der Halterung. Ralf und Claudia schauen erschrocken auf Walter. Der grinst nur.
Alles im grünen Bereich, vorbei am Frachter und im Westhafen sittsam langsam einlaufen und auch das Anlegen klappt passabel.
Unser Ausflug mit Walters Boot bestärkt uns darin, dass ein eigenes Boot doch besser wäre als ab und zu eine Charter. Man hat dann die Möglichkeit sich mit dem Boot und dem Bootfahren vertraut zu machen, ohne den Zwang jedes Mal gleich auf große Fahrt gehen zu müssen, weil die Charter sich doch rentieren muss.
Auf dem Bootssteg fällt unser Blick auf ein Boot mit einem Schild "Zu verkaufen". Das Boot ist eine Bayliner 2855 Ciera, wie wir später herausfinden.
Sportboote müssen die Sportbootschleuse benutzen,
wenn sie denn groß genug und in Betrieb ist. Die großen
Schleusenkammern sind der Berufsschifffahrt vorbehalten.Die Schleuse Griesheim ist relativ hoch mit 4,49 Metern bei Normalstau. Wir fahren vorsichtig in die Schleusenkammer ein und Walter zeigt uns, wie die Schleuse bedient wird, denn Sportbootschleusen werden normalerweise von den Benutzern selbst bedient. Nachdem mit fallendem Wasser der Drempel auftaucht zeigt Walter uns die neuesten Einkerbungen, die unvorsichtige Sportbootfahrer im Drempel hinterlassen haben.
Wir fahren aus der Schleuse aus wobei gerade mal vier Meter Breite zur Verfügung stehen. Rechts ist das Ufer und links lauern große Steine, die das Wasser hinter der Staustufe verwirbeln und damit das Flussbett vor dem Auswaschen schützen sollen. Wir fahren ein kleines Stück weiter talwärts bis wir links die Einfahrten zu den Schleusenkammern für die Berufsschifffahrt sehen können. Dort warten wir. Ein ausfahrendes Frachtschiff fährt an uns vorbei und wir haben den Eindruck als ob eine hohe schwarze Wand an uns vorbeizieht. Wir warten weiter bis wir ein Frachtschiff auf Bergfahrt sichten. Walter ruft bei der Schleusenaufsicht an und bittet mit Engelszungen, dass wir hinter dem Frachtschiff in die Schleusenkammer einfahren können, zu Schulungszwecken.
Unsere Bitte wird gewährt und wir fahren in gebührendem Abstand hinter dem Frachtschiff in die große Schleusenkammer. Abstand deshalb weil das Frachtschiff mit seinem riesigen Motor und der Schraube entsprechend Strömung erzeugt.
Hinter uns schließt sich das Schleusentor. Walter hält das Boot in der Schleusenkammer mit einer Leine auf Slip und dem Bootshaken, was nicht ganz einfach ist, weil der Frachter mit laufender Schraube in der Kammer hin und her schlingert. Endlich öffnet sich die Schleusenkammer auf der Bergseite. Als die Ampel auf grün umspringt gibt der Frachter Gas. Walter sagt dass die Schleusenkammer in diesem Augenblick wie ein Kanonenrohr wirkt, in dem sich die ganze Kraft des Frachters entlädt. Wir warten eine ganze Weile bis der Abstand zum Frachter groß genug erscheint. Walter meint dass kein Schleusenwärter in diesem Fall ungeduldig wird, weiß er doch ganz genau, was sich da unten in der Schleusenkammer abspielt.
Als wir losfahren hat der Frachter die Schleusenkammer hinter sich gelassen und trotzdem fährt sich unser Boot wie auf Eiern.
Wir fahren zurück Richtung Westhafen und mutiger geworden gibt Ralf etwas mehr Gas.
Wir holen den Frachter ein und müssen zum überholen über dessen Bug- und Heckwellen. Bei der ersten hebt sich der Bug unseres Boots aus dem Wasser und trifft mit einem Schlag wieder auf das Wasser. Bei der zweiten Welle ist schon mehr Boot mit dem Bug über Wasser und der Schlag ist schon heftiger. Bei der dritten oder vierten Welle scheint das Boot das Wasser ganz zu verlassen und kracht mit einem lauten Schlag auf das Wasser, als wolle es zerbrechen. Der Bootshaken fliegt aus der Halterung. Ralf und Claudia schauen erschrocken auf Walter. Der grinst nur.
Alles im grünen Bereich, vorbei am Frachter und im Westhafen sittsam langsam einlaufen und auch das Anlegen klappt passabel.
Unser Ausflug mit Walters Boot bestärkt uns darin, dass ein eigenes Boot doch besser wäre als ab und zu eine Charter. Man hat dann die Möglichkeit sich mit dem Boot und dem Bootfahren vertraut zu machen, ohne den Zwang jedes Mal gleich auf große Fahrt gehen zu müssen, weil die Charter sich doch rentieren muss.
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